Voller Hoffnungen und Schwung

"Auch nach 150 Jahren traue ich Ihnen ewige Jugend zu", meinte Fritz Enzenhofer, Präsident des öo. Landesschulrates, in seiner Festansprache. Und Freistadts Bürgermeister Josef Mühlbachler zeigte sich "überrascht, wie sehr immer wieder Modernität und Offenheit für Neues die Schulschwestern prägen - entgegen manchen landläufigen Vorurteilen".

 

Schon der Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche Freistadt als Auftakt der 150Jahr-Feier der Schulschwestern (SSND) mit Diözesanbischof Maximilian Aichern begann mit einer selten herzlichen Stimmung. Danach ging es auf den Hauptplatz hinaus, wo man dann 150 Tauben abfliegen ließ. Jede Taube flog für eines der 150 Jahre, die sozusagen verflogen waren, seit die Schulschwestern in Freistadt gewirkt haben. Der Abflug der Tauben symbolisierte außerdem den Geist des Aufbruchs und die Öffnung für die ganze Welt, in die schon die ersten Schulschwestern aufgebrochen waren. Nicht zuletzt erinnerten die Tauben auch an ihren Einsatz für den Frieden in der Welt und an den Geist Gottes, den sie für all dieses Wirken brauchen.

 

Nach dem Taubenflug wurden die Festgäste eingeladen, sich dem Festzug in die Schmiedgasse anzuschließen, wo um 12 Uhr der Festakt begann.

Festakt

Auf den Beginn von Joseph Haydns 'Londoner Trios' folgten eine Meditation zum Ausspruch der Gründerin, "Alle Werke Gottes gehen langsam und leidvoll vor sich, dann aber stehen sie desto fester und blühen desto herrlicher auf!" durch Sr. Beatrix Mayrhofer. Die Internationalität der Schulschwestern hob die Provinzoberin Sr. Karin Kuttner in ihren Grußworten hervor. Auch an dieser Feier nahmen Vertreterinnen aus aller Welt teil - etwa aus Nordamerika, Polen, Slowenien , Tschechien, Deutschland und sogar aus dem Fernen Osten.

Pfiffig fiel der Beitrag des hauseigenen Klosterkindergartens aus, der ja auch 150 Jahre alt wurde und somit einer der ersten Kindergärten Oberösterreichs ist. Um den Kindern diese Vielzahl an Jahren begreifbar zu machen, hatten sie in Fingerstricktechnik 150 Schnüre aus bunter Wolle angefertigt, die als Dekoration den Festsaal schmückten. Beim Festakt veranschaulichten die Kinder durch Spielen und Singen den Unterschied zwischen Kindergarten früher und heute und ernteten damit viel Applaus.

Grußworte des Präsidenten des LSR für OÖ, Einlagen der Wiener Musikgruppe sowie Grußworte des Bürgermeisters und Stücke aus Haydns 'Londoner Trios' rundeten den ersten Teil ab. Das Schattenspiel 'Im Fluss der Zeit' veranschaulichte dann das wechselvolle Schicksal der Schulschwestern in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten. Direktor Abfalters Festrede und ein 'Sonnentanz' beendeten die Festakt.

Nach einem einfachen Mittagessen konnten die Gäste an Führungen durch das Haus teilnehmen, in dem die Ergebnisse etlicher Projekte gezeigt wurden.