DER HEILIGE AUGUSTINUS

* 354, + 430


Er lebte im 4. Jahrhundert; war Bischof und Kirchenlehrer. Seine Regel zielt vor allem auf eine Gemeinschaft, die "ein Herz und eine Seele" ist.

Seine Ordensregel

In drei großen Forderungen fasst Augustinus das "Gesetz der Gemeinschaft" zusammen:
Der Mönch soll

- Frei sein vom Verlangen nach
  eigenem Hab und Gut,
- Mit seiner Hände Arbeit zum Unterhalt
  der Gemeinschaft beitragen,
- Ohne Widerspruch dem Oberen
  Gehorsam leisten.

Vor allen Dingen, geliebteste Brüder,
soll Gott geliebt werden, sodann der Nächste;
denn das sind die Hauptgebote,
die uns gegeben worden sind.

(Aus der Regel des hl. Augustinus)


Seine Zeit

Der hl. Agustinus wurde in einer Zeit ständiger Veränderungen geboren. Die letzten großen Christenverfolgungen hatten stattgefunden; mit dem Toleranzedikt von Mailand 313 erhielt das Christentum zum ersten Mal eine eigene Rechtsstellung, wurde gleichberechtigte Institution neben der heidnischen Staatsreligion. In dieser Zeit des Umschwungs entwickelten sich besondere christliche Lebensformen: Hatten die ersten "Mönche" zunächst einsam in der Wüste gelebt, um dort ihren Ort der Gottesbegegnung zu finden, wurde bald der Drang zum gemeinschaftlichen Leben spürbar. Zwar lebte noch jeder Mönch allein, aber man scharte sich um einen gemeinsamen "Vater". Es entstand ein gemeinsames Leben von Mönchen oder Frauen in jeweils festgefügten Gemeinschaften.